Under pressure

Seid gegrüßt Verliebte,

Ach, in eurem Leben ist gerade keine Amphibie, in die ihr euch verlieben könntet? Aber Verliebt-Sein ist ein tolles Gefühl! Seid verliebt in euch selbst, in eure Familie, euren Hund, dieses eine besondere Lied. Den Duft von Schnee, das Lieblingseis…irgendwas zum Verlieben gibt es immer. Und da ich euch wünsche, dass ihr verliebt seid, nenne ich euch von nun an so 🙂

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr Angst habt, den Erwartungen nicht gerecht zu werden? Oder so große Erwartungen an das Leben zu haben, dass es eigentlich nur zum Scheitern verurteilt ist? Willkommen in meiner Welt und meinen Dilemmas.

Gerade wenn man in einem Alter wie ich ist, ist das mit den Erwartungen so eine Sache. Mit 20 war ich zwar auch noch voller Erwartungen, aber irgendwie habe ich mir mehr Zeit gegeben. Alles war noch so weit weg, alles war noch so neu und eigentlich wollte ich erst mal Vieles ausprobieren und erforschen, ehe ich mich für etwas entscheide. Auch beziehungstechnische und familiäre Themen waren nicht gerade ganz oben auf meiner To-Do-Liste.

Und monatlich stirbt eine Eizelle…

Mit jedem Jahr, dass ich mich auf die 30 zu bewegte, änderte sich das aber. Das wurde auch zum großen Teil von außen beeinflusst. Während meine Freundinnen heirateten, war ich noch damit beschäftigt, ein Ghostbusters-Kostüm für die nächste Studentenparty zu basteln. Während meine Klassenkameraden Kinder bekamen, gröhlte ich mit 10.000 anderen Volunteers in Sotschi „What does the Fox say“ in den Abendstunden. Und trotzdem…irgendwas tickte in mir. Was wahrscheinlich auch daran liegt, dass man das irgendwie auch will und gleichzeitig seine Freiheit so lange wie möglich genießen möchte. Und die Tatsache, dass ich nur eine begrenzte Anzahl an Eizellen zur Verfügung hatte, war auch nicht gerade förderlich.

Das Ergebnis war, dass ich meinen damaligen Partner ziemlich auf die Pelle rückte und plötzlich die fixe Idee hatte, auch Kinder und Heirat und ein Haus im Grünen haben zu wollen. (Ehrlich gesagt ist das eine dämliche Idee, wisst ihr wie viel Arbeit so ein scheiß Garten macht???) Am Ende hatten wir beide, obwohl es eigentlich sehr harmonierte, keine Lust mehr aufeinander. Ich hatte keinen Bock mehr in die Beziehung zu investieren, weil meine Erwartungen sich nicht erfüllten – er hatte keine Lust was zu geben, weil er das Gefühl hatte er kann meine Erwartungen nicht erfüllen: Eine selbsterfüllende Prophezeiung also. Mit traurigem Ausgang, sonst würde ich ja heute nicht so einen tiefenphilosophischen Text schreiben. 😉

Meine sterbenden Eizellen sangen mir ein Lied der Vergänglichkeit und ich meinte dieses Gefühl auf meine Umwelt projizieren zu müssen, die mir wiederum das Gefühl gab, dass mit mir offenbar etwas nicht stimmte, wenn ich mit 30 noch nicht der Fortpflanzung gedient habe.

Mittlerweile sehe ich das ein bisschen anders. Ich sehe, wie Kollegen und Freundinnen ebenfalls darunter leiden. Entweder, weil ein Teil jetzt auch unbedingt das Komplettpaket Beziehung durchdrücken will, oder weil einer eben noch zögert oder das nicht bekommt.

Und ich stelle mir die große Frage: Will ich das wirklich? Also will ich wirklich so dringend heiraten, Kinder kriegen, Mr. Perfect und einen komischen Hund (okay, den hab ich schon) nur weil andere das haben? Weil ich das brauche? Braucht es das überhaupt??

Ich Will glücklich sein – sonst nichts

Die Fortpflanzungsfrage habe ich mittlerweile für mich geklärt: Ja, ich will Kinder. Mein Eizellenchor hat gewonnen. Aber definitiv nicht um jeden Preis. Wenn – was ich nicht hoffe – die richtige Person dazu nicht in mein Leben tritt, wird der Eizellenchor vielleicht irgendwann mal leise abklingen…. oder mit medizinischer Hilfe erhört werden. Bei einer Wahrscheinlichkeit von 60% das eine Beziehung in die Brüche geht, kann ich auch gleich von Anfang an alleine los legen – wenn ich will… und WANN ICH will.

Aber: Ohne Druck und ohne Zwang. Ich will nicht dazu gedrängt werden, mich mit jemanden zu daten, zu treffen oder irgendwann mit jemanden für immer und ewig zusammen zu sein. Oder gar zu heiraten.

Also heiraten will ich auch: Aber ganz heimlich, nur mit meinem Mann und Standesbeamte. Ohne Priester, ohne Gäste, sogar ohne Familie. Einfach, weil ich keinen Druck will oder brauche.

Und ebenso versuche ich auch, diese Freiheiten meinem Partner zu lassen. Ich will genommen werden, wie ich will, WANN es passt und WIE es passt. Sollte er danach fragen, sag ich wahrscheinlich nicht nein 😉

Also Verliebte,

entspannt, relaxed und genießt eure Freiheit!
Liebet lang und friedlich

Eure Miss Spock

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